Mag. Sandra Gathmann

Fragen & Antworten

Sie sind an Beratung interessiert, haben aber noch offene Fragen? Hier finden Sie Antworten!

Ja, warum eigentlich? Haben nicht Generationen von Menschen ohne diesen „Luxus“ überlebt? Sollte Sex nicht von „ganz alleine“ klappen- ohne, dass man (noch dazu mit einer fremden Person) darüber reden „muss“?

Könnte man die Probleme nicht doch selbst oder gemeinsam mit dem Partner/ der Partnerin lösen?

Manche Probleme lösen sich tatsächlich „von selbst“.

Sexuelle und partnerschaftliche Probleme, die jedoch länger als ein halbes Jahr bestehen neigen eher dazu, sich zu verselbstständigen. Warum das?

Die Reaktion der meisten Menschen auf Probleme ist, sie lösen zu wollen: Es wird gegrübelt, analysiert, geredet und auch bittere (Selbst) Vorwürfe bleiben nicht aus. Wirkliche Veränderungen stellen sich dabei kaum ein, denn es werden unbewusst immer gleiche „Drehbücher“ inszeniert. Man könnte auch von einer „Problemtrance“ sprechen.

Problemtrancen erkennen Sie daran, dass

  • Sie nicht länger ein Problem haben- das Problem hat Sie!
  • Sie meinen, schon alles versucht zu haben, aber sich nichts verändert hat (außer, dass „alles“ „immer“ frustrierender wird).
  • Sie es ungerecht finden, dass immer Sie den ersten Schritt tun sollen.
  • Sie immer ungeduldiger darauf warten, dass sich der andere endlich ändert.
  • Sie die „Diagnose“, dass Sie in irgendeiner Art „gestört“ sind, akzeptiert haben.
  • Sie die „Diagnose“, dass Ihr Gegenüber „gestört“ ist, akzeptiert haben.
  • Sie „Nein“ sagen, wenn Sie „So nicht!“ meinen- und umgekehrt!
  • Wenn Sie „gar nichts“ mehr zu sagen haben (obwohl…).
  • Sie das Gefühl haben, Sie würden ja gerne… wenn Sie nur könnten bzw. Ihr Gegenüber nur könnte.
  • Sie zwar viele Theorien haben, warum alles so ist, wie es ist- Ihnen diese Einsicht aber nichts bringt.

Kurz gesagt: Das Problem ist, DASS und WIE Sie es zu lösen versuchen.

Die Kehrseite: Es gibt stets gute Gründe, warum „Probleme“ bestehen und auch aufrecht erhalten werden- Veränderungen bedeuten schließlich immer auch, vertrautes Terrain zu verlassen…

Die meisten BeraterInnen und TherapeutInnen LIEBEN es einfach, Ihnen zu erzählen, warum gelungene und befriedigende Sexualität & Partnerschaft wichtig für allgemeines Wohlbefinden, Ihre Persönlichkeitsentwicklung und Ihre Gesundheit sind und wie Ihnen Beratung dabei helfen kann (und mit Einigem haben sie sogar recht).

Aber seien Sie gewarnt: Beratung ist nichts für „Weicheier“ - sie kann Ihre Partnerschaft, Ihre Sexualität und Ihr Selbstbild verändern. Sie kann vertraute Gewohnheiten hinterfragen, „Streitrituale“ empfindlich stören und Sie zu Selbstbestimmung einladen, die Sie vielleicht gar nicht haben wollen.

Nicht jedes Mal werden Sie euphorisch die Praxis verlassen. Und vielleicht kommen Sie sogar zu dem Schluss, dass Sie lieber alles so belassen möchten, wie es ist.

Letztlich ist es Ihre, nur Ihre Entscheidung, ob Sie es wagen möchten.

Meine Erfahrung ist, dass es sich für Sie lohnen kann, wagemutig zu sein- auch und gerade wenn Sie Angst vor Veränderungen haben. Dass Sie auf dieser Seite gelandet sind, zeigt schließlich auch, dass zumindest ein Teil von Ihnen daran glaubt, dass sich Ihr Leben, Ihre Partnerschaft und/oder Ihre Sexualität zum Guten verändern können. Nun- daran glaube ich auch und würde mich freuen, Ihre Reisebegleiterin sein zu dürfen.

Wann soll die Reise losgehen?

Kontakt aufnehmen

So genannte „Sexualstörungen“ sind ein häufiger Grund für das Aufsuchen einer Sexualberatung. Doch was versteht man darunter eigentlich? Hierzu gibt es zwei recht unterschiedliche Perspektiven:

Klassische Perspektive der Sexualberatung & Therapie

Die klassische Sexualtherapie orientiert sich nach dem Modell des berühmten Sexualforscherpaars William Masters & Virginia Johnson, dem „sexuellen Reaktionszyklus“.

Ungestörte Sexualität ist demnach gegeben, wenn Lust, Erregung, Orgasmus und Entspannungsphase „ungestört“ ablaufen („Es funktioniert“).

Dementsprechend werden auch sexuelle Störungen als „Beeinträchtigungen im sexuellen Erleben und Verhalten, die befriedigende sexuelle Interaktionen unmöglich machen bzw. diese behindern“ definiert.

Für eine Diagnose müssen die Funktionsstörungen seit mindestens 6 Monaten bestehen und deutlichen „Leidensdruck“ verursachen.

MERKE: Ein- und derselbe Zustand kann also als „Störung“ gelten oder auch nicht- je nachdem, ob SIE sich dadurch beeinträchtigt fühlen oder nicht. In manchen Fällen kann aber die Tatsache, dass Ihr Partner/ Ihre Partnerin, Ihr Umfeld oder auch gesellschaftliche Normen Ihren Zustand anders bewerten dazu führen, dass dadurch Leidensdruck entsteht. So kann z.B. Lustlosigkeit, ein unkontrollierbarer Samenerguss, eine bestimmte Vorliebe oder Ihre sexuelle Orientierung von Ihnen selbst nicht als Problem gesehen werden, wohl aber von Ihrem Gegenüber, was etwa zu partnerschaftlichen Konflikten führen kann.

In der untenstehenden Tabelle finden Sie einen Überblick über klassische „Funktionsstörungen“:

Frauen Männer
LUSTSTÖRUNGEN (Appetenzstörungen)
  • Appetenzminderung/verlust
  • Sexuelle Aversion
  • Mangelnde sex. Befriedigung
  • Hypersexuelles Verlangen
  • Appetenzminderung/verlust
  • Sexuelle Aversion
  • Mangelnde sex. Befriedigung
  • Hypersexuelles Verlangen
ERREGUNGSSTÖRUNGEN
  • Ausbleibende Lubrikations - Schwellreaktion
  • Ausbleibende Befriedigung
  • Erektionsstörungen
SCHMERZEN
  • Dyspareunie
  • Vaginismus
  • Dyspareunie
ORGASMUSSTÖRUNGEN
  • Ausbleibender Orgasmus
  • Ausbleibende Befriedigung
  • Ejakulationsstörungen
  • Samenerguss ohne Orgasmuserleben
  • Orgasmus ohne Samenerguss
NACHORGASTISCHE VERSTIMMUNG
  • Depression, Gereiztheit, innere Unruhe, körperliche Beschwerden,…
  • Depression, Gereiztheit, innere Unruhe, körperliche Beschwerden,…

Systemische Perspektive der Sexualberatung & -Therapie

Zurecht wurde der klassische Ansatz oftmals kritisiert, denn obgleich die oben genannte diagnostische Struktur als hilfreich für eine erste Einordnung empfunden werden kann, so greift sie doch nur allzu oft zu kurz:

  • Menschliche Sexualität ist weit komplexer als ein „funktionaler Ablauf“ von körperlichen Reaktionen- Menschen sind keine „Sex- Maschinen“, die nur „geölt“ werden müssen.
  • Auch „funktionierende“ Sexualität muss nicht unbedingt lustvolle Sexualität sein.
  • Eine „sexuelle Störung“ bedeutet noch lange nicht, dass Sexualität als unbefriedigend wahrgenommen wird.
  • So genannte „Störungen“ haben häufig auch eine wichtige „Funktion“ - sie machen solche Sexualität schwer oder auch unmöglich, die ohnehin nicht als befriedigend erlebt werden würde
  • Hinter einer vermeintlichen „Störung“ steckt daher oftmals ein kreativer (psychosoziomatischer) Lösungsversuch: „SO will ich Sexualität eben NICHT leben!“

Seriöse Sexualberatung und – therapie kann daher nicht alleine zum Ziel haben, Menschen wieder „funktionstüchtig“ zu machen. Vielmehr geht es darum zu hinterfragen, wie die einzigartige Sexualität, die jedem eigen ist, gelebt werden WILL!

In dieser Perspektive der Sexualberatung steht das „sexuelle Profil“ des Menschen im Vordergrund. Dieses besteht aus

  • Der (sexuellen) Biographie
  • Wünschen und Vorlieben
  • Sexuellen Fantasien
  • Erlebten sexuellen Kompetenzen und Schwächen
  • Sexueller Identität und Orientierung
  • Aktuell Gelebtem/ Ungelebtem
  • Uvm.

Jede Person wird als selbstbestimmtes, lernfähiges und einzigartiges Individuum betrachtet.

Vermeintliche Störungen in der Sexualität mit sich selbst und anderen sind hier nicht vorrangig Zeichen dafür, dass etwas „schief läuft“, sondern beinhalten in sich selbst die eigentlichen Sehnsüchte- und sind somit Anzeichen für den Wunsch nach Veränderung.

Ich persönlich arbeite mit dem systemischen Ansatz, auch wenn mich das Studium der klassischen Sexualtherapie viel Nützliches gelehrt hat.

Mein persönlicher Zugang

  • „Ich habe keine Lust (mehr).“
  • „Mein Partner/in hat keine Lust (mehr).“
  • „Mein Partner/ meine Partnerin und ich haben völlig unterschiedliche Bedürfnisse.“
  • „In Konflikten drehen wir uns immer im Kreis.“
  • „Ich komme nicht zum Orgasmus“/ „Ich habe noch nie einen Orgasmus erlebt.“
  • „Ich habe Probleme mit meiner Erektion.“
  • „Sex ist für mich unbefriedigend.“
  • „Ich fühle mich völlig unverstanden.“
  • „Ich habe Schmerzen beim Sex.“
  • „Ich komme zu schnell/ zu langsam zum Samenerguss.“
  • „Mein/Unser Sexleben ist langweilig geworden.“
  • „Ich fühle mich beim Sex oft völlig verkrampft/ abwesend/ taub,..“
  • „Meine Scheide ist so verkrampft, dass das Aufnehmen von Penis/ Finger/ Gegenständen nicht oder nur unter Schmerzen möglich ist.“
  • „Mir fehlen die Worte, um über meine Bedürfnisse zu sprechen.“
  • „Bei sexuellen Begegnungen verspüre ich manchmal Ekel oder Panik.“
  • „Bin ich schwul/ lesbisch/ bisexuell/ transgender?“
  • „Ich schäme mich für meine sexuellen Phantasien.“
  • „Ist es normal, das zu wollen, was ich will?“
  • „Ich habe das Gefühl, mich selbst sexuell gar nicht zu kennen.“

So oder auch ganz anders können Gedanken und Fragen aussehen, die viele Menschen belasten. Auch wenn Ihr Anliegen nicht dabei war- Sie sind damit bestimmt nicht alleine!

In meiner Praxis begleite ich sowohl einzelne KlientInnen als auch Paare. Vielleicht fragen auch Sie sich, welches Setting für Sie das passende sein könnte? Gerne unterstütze ich Sie (und auch Ihre/n PartnerIn) bei dieser Entscheidungsfindung in einem Erstgespräch. Was passiert bei einem Erstgespräch?

Vorneweg lässt sich jedoch Folgendes sagen:

Einzelberatung ist meist dann das geeignete Setting, wenn:

  • Sie derzeit nicht in einer Partnerschaft leben
  • Ihr Partner/Ihre Partnerin aus beruflichen oder organisatorischen Gründen unmöglich an einer regelmäßige Beratung teilnehmen kann
  • Sie sich unabhängig von Ihrer Beziehung mit Ihrer eigenen Sexualität bzw. anderen Themen beschäftigen möchten

Bedenken Sie aber bitte Folgendes:

  • In einer Einzelberatung geht es nur um SIE, nicht um Ihren Partner/ Ihre Partnerin. Beziehungsdynamik, Paarkommunikation und Paarsexualität können hier nur bedingt Thema sein- denn es fehlt hier die Perspektive des/der Anderen.
  • Betrifft Ihr Anliegen die Paarsexualität oder die Beziehung und ist Ihr Partner/ Ihre PartnerIn nicht gewillt, an den Sitzungen teilzunehmen, sind die Möglichkeiten für Veränderungen innerhalb der Beziehung begrenzt.
  • Da bei Einzelsexualberatungen die Auseinandersetzung mit einem Gegenüber fehlt (etwa mithilfe von Paarübungen) können bestimmte Ziele nur bedingt erreicht werden (Z.B. Umgang mit Nähe/Distanz).

Paarberatung ist meist dann das geeignete Setting, wenn:

  • Beide PartnerInnen den Wunsch nach Veränderung haben (diese Wünsche müssen allerdings keineswegs deckungsgleich sein!)
  • Beide PartnerInnen die Beziehung fortsetzen möchten
  • Beide PartnerInnen bereit sind, ausreichend Zeit und Energie zu investieren
  • Sich keine/r der PartnerInnen in einer parallelen Beratung/Therapie befindet
  • Keine sexuellen Außenbeziehungen bestehen
  • Keine aktuellen oder kurz bevorstehenden außergewöhnlichen Ereignisse anstehen (Schwangerschaft/Geburt, Heirat/Verpartnerung, Weltreise, Hausbau, etc.)
  • Eine sexuelle Problematik innerhalb einer Beziehung ist immer auch ein gemeinsames „Produkt“ - ein missglückter Lösungsversuch beider PartnerInnen, den beide mitgestaltet haben.
  • Sowohl in der PartnerInnenwahl als auch in der Beziehungsgestaltung kommen individuell biographische Erfahrungen zum Tragen- anders gesagt:
  • Es gibt meist einen Grund, warum Sie gerade diese/n PartnerIn gewählt haben und die Beziehung so ist, wie sie ist.
  • Auch wenn es so scheint: Es gibt in einer Beziehung nicht den/die „ProblembeladeneN“ und den/die „GesundeN“. Sehr wohl jedoch gibt es Rollenverteilungen, die beide PartnerInnen meist viel Kraft kosten.

Fazit: Eine Paarsexualberatung bietet Ihnen und Ihrem Partner/Ihrer PartnerIn die Möglichkeit, gemeinsam an einem lustvollen Miteinander zu arbeiten. Dies bietet beiden Möglichkeiten, die in einer Einzelberatung nicht umsetzbar sind.

Beide PartnerInnen werden dabei unterstützt

  • Über Sexualität zu sprechen
  • Ihr eigenes „sexuelles Wesen“ kennen zu lernen
  • Wünsche und Bedürfnisse auszutauschen
  • Eingefahrene Beziehungsmuster zu überdenken
  • Den eigenen Anteil an der Aufrechterhaltung der Störung zu erkennen
  • mit diesem Wissen die (sexuelle) Beziehung aktiv und konkret neu zu gestalten
  • Zu einer individuell gelungenen Sexualität mit sich und dem Anderen zu finden

zur Sexualberatung

Ein KlientInnen- Paar, ein BeraterInnen- Paar- kommt Ihnen das ungewöhnlich vor? Das „Co- BeraterInnen“- Setting stammt von den beiden berühmten Sexualforschern Masters & Johnson, welches im so genannten „Hamburger Modell“ der Sexualtherapie weiterentwickelt wurde. Auch in der systemischen Paartherapie und - beratung sind zwei BeraterInnen nicht unüblich.

Welche Vorteile bietet Ihnen dieses Setting?

  • Eine ausgeglichene Konstellation
  • Männlich und weiblich sozialisierte Perspektiven
  • Zwei verschiedene Ausbildungs- und Arbeitshintergründe
  • Die Paardynamik spiegelt sich in der Dynamik des BeraterInnen- Paars, wodurch sie greifbarer wird
  • Austausch und Intervision zwischen den BeraterInnen wird möglich
  • Der Beratungsprozess wird durch den Austausch der BeraterInnen effizienter und oft kompakter
  • Nicht zuletzt: Zwei Augen- und Ohrenpaare sehen und hören eben mehr!

Aus den Rückmeldungen der KlientInnen geht hervor, dass sich die meisten in dem „Vierer- Setting“ besonders wahrgenommen und wohl gefühlt haben. Und: Die gemeinsame Arbeit im „Vierer-Team“ ist auch für uns BeraterInnen immer wieder ein Erlebnis!

Sie wollen sich vorab auch ein Bild meiner Kollegen machen?

Das Erstgespräch ist ein erstes Kennlernen- denn auch eine Arbeitsbeziehung braucht eine „gute Chemie“. Sie erhalten die Möglichkeit zu prüfen, ob Ihnen das Setting, die Beraterin/ das BeraterInnen- Paar (bei einer Co-Beratung) und der Umgang miteinander zusagen.

Im Erstgespräch geht es auch um einen ersten, kurzen Überblick Ihrer derzeitigen Situation und Ihrer Anliegen. Deshalb werden Sie dazu eingeladen werden, aus Ihrer Sicht und mit ihren Worten zu beschreiben, was Ihre Bedürfnisse und Erwartungen an die Beratung sind. Keine Sorge- Sie müssen sich dafür nicht „vorbereiten“, wenn Sie es nicht wollen!

Viele KlientInnen berichten, dass Ihnen bereits die erste Sitzung eine spürbare Erleichterung gebracht hat: „Jetzt tut sich endlich was!“

Jeder Beratungsprozess ist so einzigartig wie der Mensch, der mit seinen/ ihren Anliegen in Beratung kommt. Daher ist der unten angeführte Leitfaden eher ein theoretisches Gerüst als ein „in Stein gemeißelter“ Fahrplan. In manchen Fällen reichen bereits wenige Sitzungen, in denen es um das „Hier und Jetzt“ geht, in manchen ist eine genaue Erhebung der „Anamnese“ wichtig, dann wieder empfiehlt sich eine organische Abklärung oder auch eine Überweisung an eine/n andere/n FachkollegIn.

In meiner Arbeit mit KlientInnen nütze ich aufgrund meines Ausbildungshintergrundes eine Kombination aus systemischen, erlebnis- und körperorientierten und klassischen Beratungsansätzen.

Erstgespräch

Hier geht es um ein erstes Kennlernen und Besprechen der Rahmenbedingungen.

  • Ist diese Beraterin/dieses BeraterInnenpaar für mich/uns passend?
  • Sind die Rahmenbedingungen passend?
  • Was ist mein/unser Anliegen/ Was soll hier nicht passieren?
  • Welche Lösungsversuche gab es schon?

Diagnostik

Die Klärung folgender Fragen sind für eine fundierte Diagnostik unerlässlich:

  • Was genau ist das „Problem“?
  • Seit wann besteht es und unter welchen Umständen tritt es auf bzw. nicht auf?
  • Wie hat es sich entwickelt?
  • Welche möglichen Ursachen gibt es/ wie wird es aufrecht gehalten?
  • Wie beeinflusst es die Paarbeziehung bzw. Lebensqualität?
  • Was ist die Motivation, es gerade jetzt zu verändern?
  • Was wäre, wenn es das Problem nicht gäbe?
  • Und: Was „klappt“ gut, kann derzeit genossen werden? Auf welche Ressourcen können Sie zurückgreifen?
  • Uvm.

Anamnese

Kein Mensch kennt Sie besser als Sie sich selbst- im Beratungsprozess haben Sie die Gelegenheit, „ReiseführerIn“ Ihres Lebens zu werden.

Sie werden eingeladen, Ihre persönliche (sexuelle) Geschichte zu erzählen. Dies kann zwischen ein und zwei Sitzungen dauern. Bei Paarberatungen findet die Anamnese meist ohne Ihren Partner/ Ihre PartnerIn statt.

„Round- Table“

Beim „runden Tisch“ werden alle bisher gesammelten Informationen (Erstgespräch, Diagnostik und Anamnese) von den BeraterInnen zusammengetragen.

Sie und Ihr Partner/Ihre Partnerin haben nun die Möglichkeit, zu ergänzen, zu korrigieren und abzurunden. Dadurch ergibt sich ein erstes Bild des Status Quo, das Möglichkeiten und konkrete Zielsetzungen des weiteren Beratungsverlaufs aufzeigen soll. Beide PartnerInnen sollen sich gewürdigt und „gesehen“ fühlen und einen persönlichen Nutzen der Beratung erkennen.

Einzel- und Paarselbsterfahrungen

Reden alleine bringt viele Menschen oft nicht recht weiter: Man weiß nun, „was wieso weshalb“- und nun? Letztlich geht es doch darum, Dinge auch erlebbar zu machen. Daher lade ich KlientInnen gerne auf praktische „Selbsterfahrungen“ für zu Hause ein, die etwa 2 mal eine Stunde Zeit pro Woche benötigen. Vielleicht fragen Sie sich, was damit im Rahmen einer Sexualberatung gemeint sein könnte. Sollen Sie nun „üben“, Sex „richtig“ zu machen? Nein, keinesfalls! Es geht NICHT darum, Sie „funktionstüchtig“ zu machen, sondern vielmehr darum

  • Ihre Selbstwahrnehmung zu schärfen
  • falsche und blockierende Vorstellungen und Erlebnisse abzubauen
  • Teufelskreise zu unterbrechen
  • Wünsche und Bedürfnisse erlebbar zu machen
  • Starre Rollenverteilungen zu verändern
  • Ihre Selbstverantwortlichkeit zu fördern
  • Eigene Grenzen spürbar zu machen
  • Sexualität neu und angenehm zu erleben

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, sich selbst und das Gegenüber neu zu erleben - dementsprechend bunt und vielfältig sind mögliche „Selbsterfahrungen“ für zu Hause:

Erforschung des eigenen Körpers inklusive des Geschlechts, Phantasiereisen, konkrete und sinnliche Körpererfahrungen alleine oder zu zweit, verbaler Austausch, Rollenspiele, schriftliche oder gestalterische Selbstreflexion, Film- und Buchempfehlungen oder auch Anleitungen zu lustvollen Aktivitäten mit und ohne PartnerIn.

Jede Selbst- & Paarerfahrung ist immer in einem bereits bekannten und als angenehm erlebten Rahmen eingebettet und kann von Ihnen mitgestaltet werden. Dabei können Sie nichts „falsch“ machen- denn alle Ihre Erfahrungen sind richtig und wertvoll!

In den Sitzungen werden die Gefühle und Erlebnisse während der Einzel- und/oder Paarübungen anschließend besprochen.

Evaluation

In Abständen wird gemeinsam mit Ihnen bzw. auch mit Ihrem Partner/ Ihrer Partnerin besprochen, welche Ihrer Ziele bereits erreicht sind, was noch offen ist und was sich verändert hat.

Manchmal verändert sich die Zielsetzung auch während des Beratungsprozesses. So kann bspw. aus dem Auftrag, bei sexuellen Begegnungen „immer einen Orgasmus zu erleben“ oder „immer eine für Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu haben“ das Ziel entstehen, lustvolle Sexualität auf unterschiedlichste Art zu genießen- so, wie es gerade angenehm ist.

Wie lange Sie Sexualberatung in Anspruch nehmen, entscheiden letztendlich - SIE! Sexualberatung ist selbstverständlich freiwillig und Sie können jederzeit eine Beratung abbrechen, wenn Sie das Gefühl haben, keinen Nutzen mehr daraus zu ziehen.

Für manche erweisen sich bereits einige Sitzungen als ausreichend- ihnen fehlen oft nur Informationen, Anregungen oder die kurzfristige Unterstützung in einer schwierigen Situation. Andere stellen sich in einer Sexualberatung der Herausforderung, bereits länger bestehenden Problemen auf den Grund zu gehen- ob alleine oder gemeinsam mit ihrem Partner/ihrer Partnerin. Dies kann dann mehr Sitzungen benötigen.

Die Dauer einer Sexualberatung ist nicht zuletzt auch davon abhängig, wie viel Sie „investieren“ möchten- an Zeit, an Energie und ja, auch Geld. So erhalten Sie innerhalb der Sitzungen etwa konkrete „Einzel- oder Paar-Übungen“ für zu Hause. Je nachdem, mit welchem Tempo Sie sich wohl fühlen, dauert die „Reise“ dann kürzer oder auch länger.

Beratung ist auf jeden Fall ein Prozess- es ist unrealistisch zu erwarten, dass sich Probleme, die sich vielleicht schon seit Jahren bei Ihnen „untergemietet“ haben, in nur einer Sitzung wie durch ein Wunder „ausziehen“ wollen. Und dennoch: Wenn Sie mutig genug sind, sich auf den Prozess einzulassen, sollten Sie nach etwa 3- 5 Sitzungen wahrnehmbare Verbesserungen in Ihrer Lebensqualität bemerken.

Schwere psychische Erkrankungen (Depression, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen, Burnout,..), Sucht und Substanzmittelmissbrauch, sowie unaufgearbeitete schwere Traumatisierungen sind Ausschlussgründe für eine Sexualberatung, da diese Probleme vorrangig (psychotherapeutisch und/ oder medikamentös) behandelt werden müssen.

Darüber hinaus ist von einer Sexualberatung eher abzuraten, wenn:

  • Sie außerhalb der Sitzungen weder Energie, Zeit noch Raum für persönliche Weiterentwicklung erübrigen möchten
  • Sie derzeit mit besonders stressreichen Herausforderungen konfrontiert sind, die für Sie Priorität haben (Arbeitswechsel, Hausbau/Umzug, Hochzeit, Schwangerschaft, bevorstehende lange Reisen, etc.)
  • Sie an Ihrer Beziehung arbeiten möchten, Ihr Partner/Ihre Partnerin jedoch nicht an den Sitzungen teilnehmen möchte
  • Sie sich bereits in Beratung, Therapie oder Lehrtherapie befinden

Nein, leider nicht. In Österreich kann weder Einzel- noch Paarsexualberatung mit der Krankenkasse abgerechnet werden.

ACHTUNG: IRONIE! ( http://de.wikipedia.org/wiki/Ironie)

Falls Sie sich davon überzeugen wollen, dass Sexualberatung Ihnen ohnehin nichts nützen würde, Geldverschwendung- ja: unnötiger Luxus! -sei… Oder: Sie zwar Sexualberatung in Anspruch nehmen wollen, tatsächlich aber dafür sorgen möchten, dass alles so bleibt wie es ist (bzw. schlimmer wird)… hier einige Anregungen:

  • Verlassen Sie diese Seite sofort! Das bringt doch alles nichts!
  • Warten Sie einfach ab.
  • Machen Sie sich klar, dass noch niemand an unbefriedigender Partnerschaft und/oder Sexualität gestorben ist.
  • Akzeptieren Sie die Diagnose, dass Sie (oder auch Ihr Gegenüber) „gestört“ sind.
  • Informieren Sie sich auf Chat-Foren, was Sie sonst noch für Probleme haben könnten.
  • Reden Sie bloß mit niemandem über Ihre Probleme- schon gar nicht mit Ihrem Partner/ Ihrer Partnerin! Beißen Sie einfach die Zähne zusammen!
  • Oder: Führen Sie lange, besorgte und vorwurfsvolle Gespräche- am besten abends, wenn Sie müde sind! Lassen Sie dabei nichts aus und drohen Sie mit Trennung!
  • Bedenken Sie: Wenn Ihr Partner/ Ihre Partnerin die/ der Richtige wäre, würde es auch mit der Sexualität klappen.
  • Machen Sie nie den ersten Schritt bei Veränderungen- warten Sie lieber darauf, dass Ihr Gegenüber das tut und zählen Sie solange die Schulden, die er/sie bei Ihnen gemacht hat!

Wenn Sie Beratung doch erwägen sollten:

  • Wozu Beratung? Schließlich gibt es Selbsthilfe-Literatur und genervte FreundInnen!
  • Gehen Sie nur dem Partner/ der Partnerin zuliebe in Beratung mit. Sie/ Er hat schließlich das eigentliche Problem!
  • Sorgen Sie dafür, dass Sie weder Zeit, Energie noch Lust auf einen Beratungsprozess haben.
  • Nutzen Sie die Beratung dafür, von Problemen anderer zu erzählen- über sich selbst zu reden ist schließlich egoistisch!
  • Geben Sie sich keine Blöße und achten Sie darauf, dass Ihr Berater/ Ihre Beraterin immer nur Ihre „Schokoladenseite“ zu sehen bekommt.
  • Sagen Sie sich vor jeder Beratung, dass es ohnehin nichts bringt und Sie niemand verstehen kann.
  • Erwarten Sie bahnbrechende Erfolge in jeder einzelnen Sitzung und ziehen Sie sich enttäuscht zurück, wenn dem nicht so ist.
  • Achten Sie darauf, dass Sie sich nur und ausschließlich innerhalb der Sitzungen mit sich und ihrem Problem beschäftigen- dafür zahlen Sie schließlich!
  • Sollten sich doch Erfolge einstellen: Das sind alles nur Zufälle. Rückschläge sind es nicht.